Wo Geschmack beginnt

und wie er entsteht.

makro roots of India

Harmonie der Sinne.

„Sie mag ihn am liebsten als Wachmacher morgens im Tee — aber auch als wĂŒrzige Note im Kokos-Curry. Sobald sich der aromatische, angenehm scharfe Geschmack des Ingwers in ihrem Mund entfaltet, sieht sie die Bilder vor ihrem geistigen Auge: Schöne Frauen in bunten Saris, atemberaubende tempelanlagen und farbenfrohe MĂ€rkte voller Menschen. Der
Geschmack des exotischen GewĂŒrzes versetzt sie zurĂŒck ins ferne Indien, in aufregende, abenteuerliche Zeiten. Schlagartig fĂŒhlt sie sich frei, unabhĂ€ngig, ungebunden. Und in ihrem Kopf beginnt die Reise erneut.” Wer beim Schmecken einer Zutat Ă€hnlich fĂŒhlt, weiß es genau: Geschmack ist kraftvoll, kann ĂŒberraschen und erstaunen. Unsere Sinne und Organe,
Empfindungen, unsere Gene und sogar unsere Sozialisation — all das spielt beim Schmecken eine Rolle. Wir fĂŒhren ein — in einen der faszinierendsten SinneseindrĂŒcke des menschlichen Körpers.

 

Geschmack beginnt im Mund, denken viele, doch so ganz stimmt das nicht. Das Schmecken beginnt bereits, wenn wir etwas Essbares zum ersten Mal sehen. Schon die Farbe einer Speise oder eines GetrĂ€nks weckt Erwartungen in uns, die unseren Geschmack beeinflussen. Die Vanille etwa wird wie kaum ein anderes GewĂŒrz mit gelblichen Nachspeisen wie Pudding oder
Eis in Verbindung gebracht, obwohl die Vanilleschote eigentlich schwarz ist.

Im Mund angekommen, treffen die Aromen auf unsere Zunge, die sie fleißig analysiert. Der krĂ€ftige Muskel verfĂŒgt ĂŒber tausende winzige Diese „Sensoren” können fĂŒnf Geschmacksrichtungen ermitteln: bitter, salzig, sauer, sĂŒĂŸ und — die mit Sicherheit unbekannteste Richtung - umami. Sie wird hĂ€ufig als herzhaft-wĂŒrzig, deftig
oder ‚fleischig” beschreiben. Die fĂŒnf Geschmacksrichtungen werden von empfindlichen Sinneszellen wahrgenommen, die in den Geschmacksknospen angesiedelt sind.

 

Einen besonderen Anteil am Genusserlebnis trĂ€gt die Nase. Wer sich an seinen letzten Schnupfen erinnert, weiß das genau. Aromastoffe, die sich beim Kauen im Mund entfalten, gelangen in das Organ und reizen dort die empfindsamen Riechzellen. Die Nase kann tausende von Aromen unterscheiden — zu sage und schreibe
80 Prozent hat Geschmack etwas mit Geruch zu tun.

Von Nicht- und Superschmeckern.

Im Gehirn wird bewertet, ob uns etwas schmeckt oder nicht. Zum Teil bestimmen unsere Gene unsere Vorlieben. Forscher haben herausgefunden, dass es verschiedene Geschmackstypen gibt: Superschmecker, Normalschmecker und Nichtschmecker. Da sie mit einer unterschiedlich hohen Anzahl an Geschmacksknospen geboren werden, nehmen sie
GeschmĂ€cker unterschiedlich wahr. Bitteres schmeckt fĂŒr Superschmecker besonders intensiv. Die Gene haben auch einen Einfluss darauf, ob man Scharfes gut vertrĂ€gt. Dabei ist SchĂ€rfe keine Geschmacksrichtung, sondern ein Schmerzempfinden, das durch verschiedene Substanzen in der Nahrung ausgelöst werden kann. Einen der berĂŒhmtesten Stoffe kennen wir aus
dem Chili: das Capsaicin. Es reizt die Schmerz- und Temperatursensoren auf der Zunge und in der Mundschleimhaut und sorgt entweder dafĂŒr, dass wir SchĂ€rfe als anregendes Prickeln oder als unangenehmes Brennen spĂŒren.

Essensgericht
TeeblÀtter

Wir mögen, was unser Umfeld vorgibt.

Geschmacksnerven lassen sich trainieren. Einfluss auf unsere Vorlieben hat die typische KĂŒche unseres Landes, unserer Region oder unserer Familie. Je hĂ€ufiger wir in unserer Kindheit eine Zutat essen, desto stĂ€rker akzeptieren wir zumeist ihren Geschmack. Doch selbst, wenn ein Geschmack in der Kindheit nicht ĂŒberzeugt, kann sich das im Laufe der Jahre Ă€ndern. Ein
Beispiel, das etliche Kinder nicht mögen, sind Oliven. Indem Heranwachsende diese immer wieder probieren, können sie den Geschmack im wahrsten Sinne des Wortes lieben lernen — diesen Gewöhnungseffekt nennt man Mere Exposure. Generell sind bittere GetrĂ€nke wie Kaffee, oder Bier bei beliebt, Babys und hegen dagegen eine starke Abneigung gegen bittere Zutaten. Es handelt sich dabei um einen evolutionsbedingten, ĂŒberlebenswichtigen Schutz, da die meisten giftigen Pflanzen bitter schmecken. Bestimmte GeschmĂ€cker können sogar dafĂŒr sorgen, dass wir uns schlagartig wohl, geborgen und zugehörig fĂŒhlen. Wenn ein GefĂŒhl entsteht, ist das grĂ¶ĂŸtenteils den DĂŒften zu verdanken. Im Gehirn wirken sie auf das limbische System - den Teil, in dem Emotionen verarbeitet und mit Erfahrungen verknĂŒpft werden. Sobald die Nase ein bekanntes Aroma aufnimmt, erinnern wir uns an das GefĂŒhl, das wir in einer bestimmten Situation durchlebt haben. HĂ€ufig ist uns nicht bewusst, welchen großen Einfluss DĂŒfte auf unser Leben haben und wie stark sie unseren Alltag beeinflussen.

Wer Neues probiert, speichert Emotionen im Gehirn ab. Nicht nur deshalb lohnt es sich, offen zu sein: Der Austausch mit anderen Kulturen bringt immer wieder exotische Zutaten auf unsere Tische, Teller und Tassen. Auch im sorgfĂ€ltig komponierten Avoury Sortiment gibt es fĂŒr Experimentierfreudige viel zu entdecken. Ausgefallene Teesorten ermöglichen es, einfach neue Geschmackskombinationen auszutesten. ROOTSOF INDIA von Avoury etwa kombiniert die Ingwerwurzel mit der wĂŒrzig, leicht bitteren Kurkumawurzel und frischem Zitronengras und erinnert so an die Facetten seines Herkunftslandes.
Wer besonders neugierig ist, trinkt außergewöhnliche Tees zu außergewöhnlichen Mahlzeiten. Beim sogenannten Tea Pairing werden Aromen von Tee und Mahlzeit bewusst kombiniert, um unsere Geschmacksnerven auf auf neue Wege zu leiten. Indem wir uns dem Unbekannten stellen, verbinden sich geliebte GeschmĂ€cker mit neuen, aufregenden Noten
- was entsteht, könnte eine neuer Lieblingsgeschmack sein.

Roots of India