Mastering the New Normal

Drei Tipps für mehr Effektivität im Home-Office

Bis vor einem Jahr war das Thema „Home-Office“ in einigen Berufsbereichen mit viel Skepsis verbunden. Innerhalb weniger Monate ist der Anteil der Beschäftigten, die gelegentlich oder ausschließlich von zuhause aus arbeiten, von knapp 40 auf 60 Prozent gestiegen. Nach einer einjährigen Findungsphase werfen wir einen Blick nach vorn, zusammen mit der

Trendforscherin Oona Horx-Strathern: Sie beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit Trends für Wohnen, Bauen sowie Architektur und geht in der Home-Report-Serie des Zukunftsinstituts der Frage nach, wie wir in Zukunft wohnen werden.

Welche Rolle spielt das Home-Office in der Zukunft?

Vom improvisierten Design-Experiment zu einem der zentralen Wohntrends 2021: Im „Hoffice“ sind Arbeits- und Wohnort untrennbar verschmolzen. Da die Corona- Pandemie diese Entwicklung überhaupt erst ins Rollen gebracht hat, stellt sich nun die Frage: Befindet sich unser Arbeitsleben unumkehrbar im Wandel oder wird das Hoffice in den Hintergrund rücken, sobald ein Ende der Pandemie in Sicht ist?

Oona Horx-Strathern hat darauf eine klare Antwort: „Das Hoffice ist gekommen, um zu bleiben. Unsere Art und Weise zu arbeiten wird – genau wie andere Aspekte unseres Lebens auch – nie mehr die gleiche sein. Daher ist es an der Zeit, smarte Lösungen und Raumkonzepte zu entwickeln, die den Weg in die neue Normalität ebnen.“

In dieser Reise sieht Oona Horx-Strathern eine große Chance. Der von ihr geprägte Begriff „Hoffice“ ist eine augenzwinkernde Anspielung auf das Wort Hoffnung. Denn mit unserem Arbeitsleben wird auch die Beziehung zu unserem Zuhause eine neue Ebene erreichen. Da Third Places wie Restaurants oder Kulturstätten geschlossen waren, drehte sich in den vergangenen Monaten alles um die eigenen vier Wände. „Zuhause zu sein, das bedeutet mehr denn je sich wohlzufühlen und beschreibt damit nicht mehr nur einen physischen Ort, sondern ein Lebensgefühl“, beschreibt es die Expertin.

Hoffice ist nicht gleich Hoffice: Der Begriff „Hoffice“ kursierte schon vor der Pandemie-Zeit in den Medien. Gemeint war damit ein neues Arbeitskonzept aus Schweden, bei dem man Freund:innen oder Fremde zum Co-Working in die eigene Wohnung einlädt. In Deutschland hat sich das Modell damals nicht durchgesetzt. Heute verstehen wir unter „Hoffice“ etwas anderes: Oona Horx-Strathern beschreibt damit ein neues Lebensgefühl, das aus der durch Corona bedingten Verschmelzung von Zuhause und Büro entstanden ist. Wie das Home-Office von einer Notwendigkeit zum Wohlfühlort wird, haben wir in drei Impulsen zusammengefasst:

#1 Wie können wir zuhause möglichst effektiv arbeiten?

Trotz Zeitersparnis und höherer Autonomie empfinden nur 56 Prozent die Arbeit im Home-Office angenehmer als im Büro, so die Ergebnisse einer Studie aus dem Mai 2020. Um dies zu ändern, braucht es ein Umdenken: Bislang waren Büros reine Wirtschaftsräume. In der Krise wurden sie jedoch zu Lebensräumen. Um das eigene Potenzial zu entfalten und kreativ zu denken, spielt die Umgebung eine entscheidende Rolle. Schon Dostojewski wusste: „Die Schönheit wird die Welt retten.“ Dem schließt sich auch Oona Horx-Strathern an: „Durch das Hoffice haben wir die Freiheit gewonnen, den Arbeitsplatz dem eigenen Wohnstil anzupassen. Diese gilt es zu nutzen und ein Umfeld zu schaffen, in dem man gerne arbeitet.“ Einerseits sollte man für gute Lichtverhältnisse sorgen, darüber hinaus verleihen beispielsweise Kunstdrucke oder besondere Möbelstücke dem Raum eine persönliche Note.

#2 Wie können Räume flexibel genutzt werden?

Der Schlüsselbegriff in Bezug auf das „Hoffice“ ist Flexibilität. So arbeitet ein Drittel der unter 30-Jährigen an keinem festen Arbeitsplatz, sondern wechselt stets zwischen Küchentisch und Sofa. Flexibilität meint jedoch mehr: „Indem Räume an die Funktionen angepasst werden, die sie erfüllen sollen, kann schneller auf neue Herausforderungen reagiert werden“, erklärt Horx-Strathern. „Bei der Einrichtung geht es dabei um Vielseitigkeit, bestenfalls sollte das Interieur gleichermaßen zum Home und zum Office passen. Einen separaten Arbeitsraum braucht es nicht unbedingt.“ Zwar ist es nicht ideal, das Schlafzimmer gleichzeitig als Büro zu nutzen und mit Blick auf den Schreibtisch einzuschlafen. Ein einfacher Kniff schafft jedoch Abhilfe: Durch Raumtrenner, Regale oder Vorhänge lassen sich die beiden Bereiche elegant voneinander trennen – nicht nur räumlich, sondern auch mental.

#3 Wie gelingt der Spagat zwischen Arbeiten und Leben?

Wenn die Arbeit zunehmend in die Privatsphäre Einzug hält, braucht es neben räumlicher Flexibilität besonders mentale Anpassungsfähigkeit. Oona Horx-Strathern hat dies am eigenen Leib erfahren: Während der Corona-Pandemie teilte sie sich den Wohn- und Arbeitsraum mit einem Drei-Generationen-Haushalt. Wer gerade im Meeting saß, bekam den ruhigsten Arbeitsraum – alle anderen mussten improvisieren und fanden sich mitunter auch neben der Waschmaschine wieder. In den vergangenen Monaten hat sie daher besonders eines gelernt: „Das Hoffice wird nur funktionieren, wenn wir eine gute Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben erreichen: Wir brauchen eine Work-Life-Family-Balance. „Ein Schlüssel dafür ist Kommunikation – sowohl darüber, wer welchen Platz benötigt, als auch über Themen fernab von Arbeit und Büro. Einen möglichen Ausgleich bieten zwei andere Wohntrends 2021: „Sei es durch die Aufrüstung des Balkons oder die Umgestaltung des Wohnraums inspiriert von Hotelzimmern: ‚Romancing the Balcony‘ und ‚Home Suite Home‘ sorgen für ein Outdoor- und Urlaubsfeeling zuhause und schaffen dadurch ein Gegengewicht zum Job“, empfiehlt Horx-Strathern.

Auch während des Arbeitstages kann man Entspannungszeiten einbauen. Beispielsweise lassen sich Routinen aus dem Büroalltag zu Hause adaptieren: Statt dem Gespräch in der Teeküche tauscht man sich zuhause bei einer Tasse Tee in einer Videokonferenz aus.

Solche Inseln der Entspannung geben einerseits Kraft für den weiteren Arbeitstag und schaffen andererseits Nähe zu Kolleg:innen – trotz räumlicher Distanz.

Energie-Kick oder Stressbewältigung – Empfehlungen für die Teepause oder den Feierabend-Tee

> STRONG ASSAM: Der belebende Assamtee überzeugt mit viel Koffein und bringt durch seinen malzig-würzigen Geschmack Abwechslung in das heimische Büro.

> DAILY MATE: Aller guten Dinge sind drei … Das Trio aus Mate, Guarana und Grüntee sorgt für einen energiereichen Start in den Tag oder besiegt erfolgreich das Nachmittagstief.

> THE CAMOMILE: Ob nach einem stressigen Arbeitstag oder vor einem wichtigen Meeting, THE CAMOMILE schenkt durch sein belebendes Aroma frischen Mut.

> EASY DREAMER: Durch regelmäßiges Arbeiten am Wochenende oder nachts leiden einige Menschen im Home-Office unter Einschlafproblemen. EASY DREAMER ist dank seiner Kombination aus Fenchel, beruhigendem Baldrian und wohltuender Melisse der perfekte Begleiter für einen entspannten Feierabend oder die letzten Leseminuten vor dem Einschlafen.

Quelle Header-Grafik:

Zukunftsinstitut Horx GmbH | Foto: Klaus Vyhnalek

Quelle:

forsa (2020): Erkenntnisse aus der Arbeit im Homeoffice während des Corona-Lockdowns - Umfrage unter Homeworkern im Auftrag des IBA, April 2020 – abgerufen am 02.03.2021 unter https://iba.online/arbeitsplatz-buero/studynet/a/iba-umfrage_corona/